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Dec. 9th, 2007

Kandierte Erdbeeren und Erdbeerfelder für immer

Berlin ist momentan ja ein einziger Weihnachtsmarkt, aber wenn man es wagt und etwas genauer hinschaut, ist es eben doch überall das Gleiche und so gar nichts Besonderes. Für mich entscheidet sich die Bewertung eines Weihnachtsmarktes nun endgültig nach der Auswahl des Angebots kandierter Früchte. Mein Favorit in diesem Jahr: Kandierte Erdbeeren, die sind die Bombe! (Gefunden vor dem hässlichen und vollkommen überflüssigen Alexa.)

Das Erdbeerthema zieht sich eh gerade wie ein erdbeerroter Faden durch mein Leben, nach dem ich nun zum zweiten Mal den ganz wunderbaren Julie-Taymor-Film Across The Universe gesehen habe und den Soundtrack - ganz typisch für Beatles-Lieder - Tag und Nacht nicht aus dem Kopf bekomme. Ich würde Jim Sturgess und dem Rest der Besetzung jederzeit zu den Erdbeerfeldern folgen, aber wir wissen ja: Nichts ist real. What a Pity-Platsch!
Christmas Market

Dec. 3rd, 2007

Das Special-Heroes-Spiel

Da haben wir es doch tatsächlich geschafft, an nur einem Wochenende die gesamte erste Staffel der NBC-Knüller-Serie "Heroes" zu sehen (keine Kommentare zu unserem Seriengeschmack, bittschön!). Man muss das Studieren auch mal sein lassen können, finden wir nämlich.

Hiro

Wenn man nun die einzelnen Folgen dieser Serie in einer derartigen Dichte konsumiert, kommt man ja nicht umhin, das gehäufte Auftreten einiger Wörter unangenehm stark wahrzunehmen. Musterbeispiele dafür sind special und hero(es). Um uns diese ja doch eher nervtötende Vokabelpenetranz etwas zu versüßen (ist hier wörtlich gemeint), haben wir ein Spiel extra für diese Serie eingerichtet, und wollen alle Heroes-Gucker gerne ermuntern, uns nachzueifern. Es läuft wie folgt:

Man hole sich aus seinem Süßigkeitenversteck respektive dem nächstgelegenen Supermarkt eine Packung Gummibärchen/Tafel Schokolade/Tüte Chips/you name it. Man nehme das Naschzeug seiner Wahl und begebe sich in seine favorisierte Fernsehposition. Man starte Heroes. Man nehme jedes Mal ein Gummibärchen/ein Stück Schokolade/einen Chip/you name it, wenn die ausgewählten Worte special oder hero(es) verwendet werden. Die Wortliste ist selbstverständlich erweiterbar (z.B. um save und talent und gift und flying man...).

Das Spiel erweitert die ohnehin schon unvergleichliche Erfahrung einer Heroes-Sitzung ungemein und übt außerdem die Selbstdisziplin, gegen den Drang, unentwegt nach etwas zu mampfen zu greifen, anzukämpfen.

Noch ein Tipp: Alleine macht es nur halb so viel Spaß, wenn nicht sogar weniger!

Oct. 31st, 2007

Studentenleben

Ein Begriff, der seinem Ruf, spätestens seit Einführung des Bachelor- und Master-Systems an deutschen Universitäten, nicht mehr gerecht wird.

Was ist aus dem regelmäßigen Ausschlafen, der vielen Freizeit und der völlig freiwilligen Teilnahme an den Lehrveranstaltungen geworden? Waren das alles nur besonders hartnäckige Gerüchte? ... Ich fühle mich verarscht.

Oct. 24th, 2007

Die Heizung funktioniert

Man muss wissen, wie man mit ihr zu kommunizieren hat.
Ich habe es heute gelernt.

Oct. 23rd, 2007

Goldener Herbst in Berlin, Brandenburg und Göteborg

Auch wenn die Heizung nicht funktioniert, bin ich momentan noch nicht böse mit dem Herbst, denn er gibt sich größte Mühe, mir zu gefallen. Daumen hoch!

Natürlich wird es kälter, draußen so wie drinnen, und das hab ich eigentlich nicht besonders gern, aber so häufig wie in den letzten Wochen die Sonne strahlte, um unterkühlte Extremitäten und Gemüter zu erwärmen, und ein sanfter Wind das bunte Herbstlaub fröhlich über alle Wege tanzen ließ, kann ich ihm die rapide sinkenden Temperaturen einfach nicht so richtig übel nehmen.

Unter den Linden

Auch die E20 durch Schweden bot am Wochenende ein paar schöne Panoramen und selbst Göteborg, mir als Stadt sonst eigentlich nicht sonderlich sympathisch, lud zu ausgiebigen Herbstspaziergängen ein (für welche man auf Vorstandssitzungen aber leider nur wenig Zeit hat).

Der Herbst ist nun auf jeden Fall mein Freund.
Da kann man nur gespannt sein, was der Winter in diesem Jahr für Pläne hat.

Sep. 30th, 2007

Man trägt jetzt blau

Den Umzugsmarathon haben wir nun endlich hinter uns! Eine Viertelstunde vor Wohnungsübergabe hatten wir den letzten Kleinkram ins Auto gestopft, direkt danach durfte ich noch eine 6-Stunden-Schicht antreten und erst abends gegen elf konnte ich nach 40 Stunden auf den Beinen endlich friedlich, neben Uti und einigen Tüten Krupuk vom Lieferservice bei laufendem Möchtegern-Gruselfilm (The Grudge 2 - uuuuuh!), einschlummern.

Nun leben wir also in unserer "glitzrigen" 61m²-Altbau-Wohnung in Pankow zwischen Kartons und Pokémon-Tüten (Mitbringsel von meiner Arbeit). Entgegen meiner Gewohnheit, mich immer etwas abzugrenzen und auf meine Privatssphäre zu bestehen, lasse ich momentan sogar zum Schlafen meine Zimmertür offen, da ich ansonsten den nächtlichen Erstickungstod befürchte. Ist schon ziemlich voll hier...




Als schicke Erinnerungen an diese relativ stressige Woche trage ich nun an jedem Körperteil mindestens einen blauen Fleck. Eine besonders hohe Konzentration dieser hübschen bunten Hämatome findet sich an meinen unteren Gliedmaßen - eine Folge vom Schleppen zu vieler zu schwerer Kartons und dem Versuch, zwei Fahrräder gleichzeitig zur neuen Wohnung zu fahren, welcher letztendlich geglückt ist, aber eben nicht ohne mich einmal zwischen den beiden Drahteseln langzumachen.



Ziele für die nächsten Wochen:
- diese Müllhalde von Wohnung in einen wohnlichen Ort verwandeln
- erfolgreich einen BAföG-Antrag stellen
- ein Seminar zur Alkoholpolitik ohne Förderung stattfinden lassen
- mein Studium ohne Pannen beginnen
- einen erträglichen und ertragreichen Studentenjob finden
- alle freien digitalen Fernsehsender über eine Zimmerantenne empfangen
- unbedingt ein geeignetes Tattoo-Motiv für mich finden!

Ist doch schön, wenn man etwas zu tun hat.

Sep. 24th, 2007

Zu viel. Oder zu wenig. Je nachdem.

Eigentlich läuft gerade alles ganz gut. Ich darf meinen Fast-Traumstudiengang "Skandinavistk / Nordeuropa-Studien" studieren, inklusive dem 1.-Wahl-Beifach "Musik und Medien", der Umzug in eine neue, schönere Wohnung in einer ruhigeren, schöneren Gegend der Stadt ist reibungslos verlaufen und ich verdiene mir mit einem Job, der mir Spaß macht, gutes Geld dazu.

Trotzdem verbringe ich Stunden damit, mir die Augen aus dem Kopf zu heulen und ganz tief unglücklich zu sein. (Die Nachbarn dachten wahrscheinlich, irgendein wildes Tier läge im Sterben, als mein Schluchzen durch die -fast- leeren Hallen unserer alten Wohnung hallte.) Im Moment habe ich ein ganz deutliches Gefühl, dass ich, egal wie viel Gutes mir passiert, gar nicht fähig bin, irgendeine Art von Glücksgefühlen zu empfinden, wenn er nicht bei mir ist. Und er wird die nächsten acht Monate nicht bei mir sein.

Schlussfolgerung: Ich bin reif für die Einführung eines künstlichen Winterschlafes für den Menschen. Und zwar jetzt!

Sep. 12th, 2007

Erziehung

Ich weiß, dass ich im Bezug auf Erziehung ein schrecklicher Besserwisser bin, aber aus irgendeinem Grund, glaube ich (fast) immer, genau zu erkennen, was Eltern falsch machen und meine obendrein auch noch, ich wüsste, wie man's richtig macht. Ob das den Tatsachen entspricht, lassen wir mal dahin gestellt.
Es braucht jedoch kein pädagogisches Studium, um bei den meisten Eltern-Kind-Interaktionen in einem Spielwarenladen die Fehler zu erkennen. Da gibt es Eltern, die es mit ihrer Erziehung bzw. dem völligen Mangel eben dieser fertig bringen, mich wie einen konservativen Spießer aussehen zu lassen. Und ich bin hochoffiziell allergisch auf Autorität und propagiere zudem gelegentlich freie Liebe, et cetera.

Situation 1:
"Ich suche für meinen Sohn einen Hubschrauber. Ich habe hier nur diese [einfaches No-Name-Produkt aus der Jungens Ecke] gefunden, aber die sind zu klein, die wird er nicht nehmen."
"Hmm, also wenn, dann gibt es noch welche von Playmobil und Lego. Hier, Playmobil hat den Polizei- oder den Rettungshubschrauber."
"Aber die sind ja so teuer! Und sooo groß sind die auch nicht!"
"Na ja, wie das eben ist mit den großen Marken. Wir haben auch noch diesen von Lego, der ist etwas größer, aber kostet natürlich fast genauso viel."
"Nee, das ist ja mit Zusammenbauen, das macht der nicht."
"Na aber, wenn ihm wirklich so viel an Hubschraubern liegt, dann nehmen Sie doch ruhig das einfache Modell, vielleicht findet er's ja doch in Ordnung."
"Ach, das nimmt der doch nicht! Ist doch viel zu klein!"

Sie hat dann leise fluchend das hyperteure Playmobil-Modell gekauft, und ich konnte es einfach nicht fassen. Das nimmt der nicht???? Dann kriegt er's nicht, und Punkt! Dah.

Situation 2:
Folgendes Gespräch zwischen Mutter und Sohn überhöre ich beim Bestücken eines Regals.
"Und das willst du haben?"
"Ja."
"Wirklich?"
"Ja, ich finde das toll."
"Warum musst du denn das haben? Bei wem hast du den Krempel denn gesehen, dass du das jetzt haben musst?"
"Ich mag das einfach."
"Wie deutlich muss ich denn sprechen? Bei W-E-M? Wer spielt denn noch so mit - Puppen?"
Das Kind zählt ein paar Namen auf und erzählt, dass er bei einem Freund dabei war, als der es gekauft hat.
"Und wie viel hat das gekostet?"
"12,99."
"Was? Hier kostet das 15 Euro! Warum sagst du, dass du das haben willst, wenn du weißt, der er es für 12,99 gekauft hat?"
"Ich ... na ja ... *stammelt* ..."
"Warum hast du gesagt, du willst es haben? Kannst du nicht rechnen, oder was?"

Ich frage mich immer noch, ob der arme Junge auf der heimischen Anklagebank nur zu zwei Wochen Spüldienst verurteilt wurde oder tatsächlich lebenslänglich bekommen hat (Hausarrest o.Ä.)...

Sep. 9th, 2007

Hommage

Es gibt, neben all dem, was ich beim Umzug mit nicht zu bändigender Freude hinter mir lassen werde, durchaus auch einige Dinge, die mir fehlen werden. Denen möchte ich nun diesen Eintrag widmen, denn nur das Wissen um den Wahnsinn der Menschen um mich herum, hat mich meinen eigenen Wahnsinn überleben lassen.

Ich werde zum Beispiel unsere indirekten Nachbarn, also die Menschen aus dem Hinterhaus der Nebenstraße vermissen, denen wir direkt in die Fenster schauen können, und sie dementsprechend auch in unsere. Da wäre TinkyWinky, der uns besonders in der Anfangszeit gut unterhalten hat, mit seinem Gewinke, netten kleinen Tanzeinlagen und bezaubernd liebevoll ausgearbeiteten Fensterbotschaften - obwohl wir damit angefangen hatten. In meiner Vorstellung ist er Schriftsteller, denn selten geht vor fünf Uhr morgens das Licht an seinem Schreibtisch aus. Auch Blondie und Junior, konventionell gesehen möglicherweise Ehefrau und Sohn zu Tinky, vielleicht aber auch Mitbewohner in dieser kleinen Künstler-Kommune, in der ja auch regelmäßig mal eine Staffelei aufgestellt wird, werden mir fehlen.
Genau so Caprese-Dude, der kürzlich auf Caprese-Nude umgetauft wurde, nachdem er sich mehrmals in all seiner - äußerst ansehnlichen - Männlichkeit am geöffneten Fenster präsentiert hat, und seine Miezekatze, die stille Beobachterin. Wir sind uns sicher, dass all die Pflänzchen, um die der Dude sich so rührend kümmert, nur mühsam gezüchteter Basilikum für leckeren Caprese-Salat sind, und wir werden uns, nur wegen seiner langen Dreadlocks und der Tatsache, dass er selten vor elf natürliches Licht in seine Wohnung lässt, auch nicht zu anderen, Klisché! schreienden Schlussfolgerungen hinreißen lassen. Ah-ah!
Auch nicht vergessen sollte ich den WoW-Zocker, den wir, ob der Lage seiner Wohnung im Dachgeschoss, nie zu Gesicht bekommen haben und aus dessen Fenster immer, zu jeder Nachtzeit, flackerndes blaues Licht aus dem ansonsten dunklen Zimmer nach außen dringt. Auch jetzt in diesem Moment.
Wir haben mit diesen Menschen viel geteilt. Wir haben wahrscheinlich nicht mal die geringste Ahnung davon, wie viel sie tätsachlich von uns gesehen haben. Ich denke, wir wollen es auch gar nicht wissen. Was zählt ist, dass sie unser Bild von der Großstadt geprägt haben. Anonymität mal etwas vertrauter. Ich mag's.

Fehlen werden mir außerdem, in unbestimmter Reihenfolge:
Die Bibliothek am Luisenbad.
Der Humboldthain.
Mister Postman, der mit dem lustigen Schnäuzer.
Türkensupermärkte.
Die Unterwasserlandschaft inkl. Schiffswrack im Badezimmer.
Und der schöne Theodor. Irgendwie

Sep. 8th, 2007

Neustart

Und zwar auf deutsch.
Viel zu häufig habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass ich einem Prozess unterliege, welcher mich meine Muttersprache (die ich wirklich sehr zu schätzen weiß) verlernen lässt. Ein amerikanischer Freund und die zwanghafte Sucht nach Filmen mit Originalton tragen sicherlich zu einem erheblichen Teil zu dieser Entwicklung bei. Also: Entgegen steuern bevor es zu spät ist! Es darf einfach nicht sein, dass ich ernsthaft Sätze wie "Ich bräuchte jetzt doch recht dringend die geupdatete Version von unserem politischen Statement." von mir gebe!

Da ich den richtigen Zeitpunkt zum Start eines regelmäßigen Internettagebuchs - mein Umzug nach Berlin nach dem Abitur - irgendwie verpasst habe, halte ich den Umzug in die zweite eigene Wohnung kurz vor Beginn des Studiums für den zweitbesten Zeitpunkt. Und der steht vor der Tür. Der Umzug, meine ich. Vom Wedding nach Pankow. Nach einem Jahr anhaltendem Kulturschock, haben wir genug von tags und nachts "ANNEEEEEEEEEE!"-kreischenden Kindern, R'n'B-Charts-gegen-Türkenpop-Wettbewerbe bei maximaler Lautstärke im Innenhof und Pisse überall im Hausflur. Ach ja, und den Mäusen über unseren Köpfen, obwohl der schöne Theodor ja irgendwie auch ein bisschen süß ist. Irgendwie.

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